Kommunaltalk – Reden über Politik

Transparenz für die Ratsarbeit – Im Dialog mit den Bürgern

Hauptberuf Ratsmitglied?

Erstellt von Johannes Hillebrand am Montag 19. Oktober 2015

In der Kreiszeitung vom 10.10.2015 erschien auf der Seite der Stellenangebote eine Anzeige die einen stutzig machte. Unter der Überschrift „Wir suchen Sie … Ratsmitglied in Scheeßel“ veröffentlicht der CDU- Gemeindeverband ein Gesuch.
Meine erste Reaktion war: „Wow, tolle Idee, warum ist mir das nicht eingefallen?“. Bei längerem Nachdenken kommen mir aber doch Zweifel, ob das richtig ist. Gut, wir haben alle Nachwuchssorgen, auch in der Politik. Die altgedienten Politiker treten langsam ab, neue Gesichter gibt es wenig. Warum also nicht mal neue Wege gehen? Aber was mit damit suggeriert? Das Politik nur ein Job ist? Das es egal ist, für wen man arbeitet, Hauptsache das Gehalt stimmt? Apropos Gehalt, davon stand in der Anzeige nichts. Normalerweise preist ein Unternehmen, welches Angestellte sucht, auch die Vorzüge an, die es von anderen Unternehmen in der Branche absetzt. Firmenwagen, mehr Urlaub oder sonstige Vergünstigungen werden gern in solchen Angeboten aufgeführt, damit sie attraktiv sind.
Wir reden hier von einem Ehrenamt. Ratsmitglieder bekommen kein Gehalt, allenfalls eine Aufwandsentschädigung. Keiner wird sich aus finanziellen Gründen in ein solches Gremium wählen lassen. Außerdem sind Ratsmitglieder keine Angestellte, weder bei der Gemeinde, noch bei der Partei, auf deren Liste sie antreten. Wer also ernsthaft nach einer Arbeit sucht, wird sich bei dem Angebot für eine ehrenamtliche Stelle vielleicht ein bisschen geärgert haben.
Und was ist das für ein „Unternehmen“ bei dem man sich bewirbt? Davon steht in der Anzeige nichts. Weder, was man für Ziele verfolgt, noch was man bisher getan hat. Vielleicht muss das auch nicht sein, denn jeder kennt die CDU Scheeßel, zumindest aus der Presse.  Spätestens mit dieser Anzeige und dem dazugehörigen Artikel hat sich die CDU wieder ins GEspräch gebracht.Ich hoffe mal, bei den persönlichen Bewerbungsgesprächen findet der Gemeindeverband die richtigen Leute für den Job, bzw. die „Jobsuchenden“ den richtigen „Arbeitgeber“. Wenn nicht: Es gibt ja auch noch die Mitbewerber!

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