Kommunaltalk – Reden über Politik

Transparenz für die Ratsarbeit – Im Dialog mit den Bürgern

Was ist so schwer daran?

Erstellt von Johannes Hillebrand am Dienstag 4. Dezember 2012

Über die Bahnanbindung Scheeßels habe ich ja schon öfters berichtet, und dass ich als Hamburg- Pendler eine eindeutige Präferenz habe, daraus habe ich nie einen Hehl gemacht. Trotzdem bin ich als Kommunalpolitiker nicht meinen eigenen Interessen verpflichtet, sondern muss die Gesamtsituation betrachten. Aber hier geht es nicht um die Möglichkeiten, sondern um das Machbare. Und da sind oft die Realitäten verschoben. Natürlich wollen wir als Gemeinde in der Mitte zwischen zwei Metropolen eine Anbindung an beide Städte. Die Realität, gemessen an den Pendlerzahlen, sieht aber so aus, dass es eine eindeutige Präferenz in Richtung Hamburg gibt. Nur scheinen einige diese Realität zu ignorieren, vor allem wenn es darum geht, Versprechungen zu machen. Die Forderung, dass das, was den Hamburgpendlern  zu Gute kommt, das müsse auch den Bremenpendlern angedeihen, die ist absurd!

Scheeßel mach viel für den öffentlichen Nahverkehr. Der Bürgerbusverein ist gegründet. Und …? Danach kommt nichts, wir haben einen immer mehr gekürzten SPNV, Strukturen im Busverkehr gibt es kaum. Die Forderung nach einem Beitritt zu einem Verkehrsverbund hat nicht nur den Hintergrund, dass die Bahnfahrer billige Fahrkarten haben möchten. Vielmehr wollen wir nicht abgehängt werden. Es geht nicht darum, zum Einkaufen nach Hamburg oder Bremen zu fahren, sondern darum, dass man sich als junger Mensch oder Familie in einem Ort wie Scheeßel niederlässt, obwohl es hier keine Kinos, Einkaufszentren oder Museen vorhanden sind.  ÖPNV ist die Lebensader einer Kommune wie Scheeßel.  Aber es ist auch so, dass man nicht alles finanzieren kann, weder auf  Seiten des Kreises, noch in den Gemeinden . Es gilt also eine Entscheidung zu treffen.

Die SPD möchte den Beitritt zum HVV, und zwar als Anschluss zum VBN ohne Lücke, denn nur so kann man erreichen, dass auch den Pendlern in Richtung Bremen einen entsprechenden Tarif anbieten kann. Nicht mehr, und nicht weniger. Nun ist der Landkreis in der Verantwortung, dieses umzusetzen, denn auch der Kreisausschuss hat so entschieden.

Es wird immer wieder das Wort „an einem Strang ziehen“ strapaziert. Dazu gehört, dass man auch ehrlich ist, ehrlich gegenüber dem politischen Partner, ehrlich gegenüber dem Bürger.  Denn nicht alles ist  möglich und machbar, für das übrige sollte man aber einstehen.

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2 Kommentare zu “Was ist so schwer daran?”

  1. Angelika Dorsch sagt:

    Hallo Johannes

    Kleine Korrekturen…
    1. Natürlich haben wir in Scheeßel Museen(Heimatverein und Wassermühle) und auch Kino Genuss wird organisiert ;o}
    2. und das ist tatsächlich wichtig, die Entscheidung wurde im Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr so getroffen und der Landkreis entsprechend beauftragt. Der Kreisausschuss entspricht unserem VA, also einem nicht öffentlichen Gremium, in dem dieses Thema aber nicht behandelt wird. Übrigens, was unsere Bürgermeisterin in ihren Verlautbarungen immer vergisst zu erwähnen… Das Ziel, Scheeßel an HVV und! VBN anzubinden, wurde bereits letztes Jahr in den Entwurf des Nahverkehrsplans als oberste Priorität eingetragen. Ganz un-bescheiden erwähne ich dann jetzt auch einmal, dass ich es gewesen bin, die dafür gesorgt hat, dass das so im NVP steht. Ohne diesen Eintrag und die Priorisierung hätte Frau DiS mit dem Gezeter nämlich das selbe erreicht wie die letzten Jahre schon…nix!

  2. Johannes Hillebrand sagt:

    Die Einwände zu 1. sind richtig, trotzdem ist der kulturelle Bedarf viel größer. Das nächste Kino mit einem regelmäßigen aktuellen Programm ist in Zeven, und dahin kommt man noch schwieriger als nach Hamburg oder Bremen. Auch Punkt 2. ist natürlich richtig, ich hatte nur statt „Ausschuss des Kreises“ „Kreisausschuss“ geschrieben, der Name ist aber schon für den Hauptausschuss des Kreistages vergeben.

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